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Systematic review
Zeitung»The Cochrane database of systematic reviews
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2013
HINTERGRUND: Nierensteine der unteren Kelchgruppe haben in der Regel schlechte Spontanabgangsraten aus dem Körper. Einige Studien haben nahegelegt, dass die Behandlung mit Diurese, Perkussion und Kopftieflagerung für Patienten mit Unterkelchsteinen nach Stoßwellenlithotripsie vorteilhaft sein könnte. Es besteht jedoch Unklarheit über den relativen Nutzen, Schaden und die Wirksamkeit dieser Maßnahmen zur Behandlung von Nierensteinen der unteren Kelchgruppe.
ZIELE: Ziel war es, Nutzen und Schaden der Behandlung mit Perkussion, Diurese und Kopftieflagerung für einen erleichterten Abgang von Unterkelchsteinen nach Stoßwellenlithotripsie zu bestimmen.
LITERATURSUCHE: Unter Anwendung der für diesen Review relevanten Suchbegriffe durchsuchten wir mit Hilfe des Suchkoordinators für klinische Studien das „Cochrane Renal Group’s Specialised Register“ bis zum 27. November 2013.
AUSWAHLKRITERIEN: Es wurden alle randomisierten kontrollierten Studien (RCT) und quasi-RCT, welche den Nutzen und Schaden der Behandlung mit Perkussion, Diurese und Kopftieflagerung zur Unterstützung des Spontanabgangs von Unterkelchsteinen nach Stoßwellenlithotripsie untersuchten in den Review eingeschlossen. Auch die erste Phase randomisierter Crossover-Studien wurde eingeschlossen.
DATENERHEBUNG UND -ANALYSE: Zwei Autoren bewerteten unabhängig voneinander die Studienqualität und extrahierten Daten. Die Ergebnisse wurden als relatives Risiko (RR) für dichotome Endpunkte und als mittlere Differenz (MD) oder standardisierte mittlere Differenz (SMD) für kontinuierliche Endpunkte jeweils mit 95%-Konfidenzintervall (KI) angegeben.
WESENTLICHE ERGEBNISSE: Zwei kleine Studien (177 Teilnehmer) erfüllten die Einschlusskriterien. Eine Studie (69 Personen) verglich die Behandlung mit Perkussion, Diurese und Kopftieflagerung nach Stoßwellenlithotripsie mit reiner Beobachtung nach Stoßwellenlithotripsie. Diese Studie berichtete deutlich höhere Steinfreiheitsraten in der Interventionsgruppe (RR=0,62, 95%-KI=0,47 bis 0,82) und einen deutlichen Rückgang der Steinlast (MD=−3,30, 95%-KI=−3,58 bis −3,03) im Vergleich zur Kontrollgruppe. Es wurden keine signifikanten Unterschiede in der Komplikationsrate berichtet (RR=3,00, 95%-KI=0,12 bis 76,24).Die zweite Studie (108 Teilnehmer) verglich die Behandlung mit Perkussion, Diurese und Kopftieflagerung zusätzlich zur Stoßwellenlithotripsie mit Stoßwellenlithotripsie allein. Diese Studie berichtete deutlich höhere Steinfreiheitsraten in der Interventionsgruppe (RR=0,36, 95%-KI=0,17 bis 0,80) und eine deutliche Reduktion der Steinlast (MD=−0,30, 95%-KI=−0,04 bis −0,56) im Vergleich zur Kontrollgruppe. Es wurden keine signifikanten Unterschiede in der Komplikationsrate berichtet (RR=2,54, 95%-KI=0,10 bis 63,72).Das Risiko für Selektions-Bias war in beiden Studien unklar; das Risiko für Performance-Bias war hoch; das Risiko für Detection-, Attrition- und Reporting-Bias war jeweils niedrig.
SCHLUSSFOLGERUNGEN DER AUTOREN: Die limitierte Evidenz aus zwei kleinen Studien weist darauf hin, dass Perkussion, Diurese und Kopftieflagerung sichere und effektive Therapien zur Elimination von Nierensteinfragmenten der unteren Kelchgruppe nach Stoßwellenlithotripsie sein können. Insgesamt wurde die methodische Qualität der beiden Studien als moderat bewertet. Für klinische Empfehlungen sind weitere gut geplante und angemessen gepowerte Studien nötig.
ANMERKUNGEN ZUR ÜBERSETZUNG: S. Schmidt, freigegeben durch Cochrane Deutschland.
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Epistemonikos ID: 887d8e04019580ac0425316f98c1ce67ed6be356
First added on: Dec 22, 2013